Quantcast
Channel: Aveleen Avide
Viewing all articles
Browse latest Browse all 30

Interview mit Rudi Kost

0
0

Willkommen bei Aveleen Avide

Rudi Kost lässt sich manchmal ganz arg von der Muse küssen. Manche Winter zieht es ihn mit seiner Familie nach Lanzarote und spinnt dort seine kriminellen Ideen. Dieses Jahr wird er sich dem harten Winter in Deutschland stellen.

Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Fisch oder stirb“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

Foto Rudi Kost

Foto: © Rudi Kost

Rudi Kost ist Autor und Redakteur, Herausgeber und Verleger.

Rudi Kost wurde 1949 in Stuttgart geboren. Er ist verheiratet und hat 4 erwachsene Kinder. Lange Jahre arbeitete er als Redakteur, zuletzt als Ressortleiter bei der "Esslinger Zeitung". Darf ich fragen, ob du Mädls, oder Jungs hast?

RUDI KOST:
Eine Tochter und drei Söhne.

AVELEEN AVIDE:
Du warst Moderator der Sendung "Thema Film" beim damaligen SDR. Wie kam es zu dem Moderatorenjob?

RUDI KOST:
Man traf die Kollegen ja immer bei den wöchentlichen Pressevorführungen, und eines Tages fragte mich Peter Kreglinger, ob ich nicht Lust hätte, bei „Thema Film“ mit zu machen. Ich hatte. War eine spannende Zeit, ich habe viel gelernt. Zum Beispiel, dass ich nicht wirklich ein Radiomensch bin. Mein Metier ist das Schreiben, nicht das Reden. Meine Frau hat das schon immer gesagt.

AVELEEN AVIDE:
Du warst Theater-, Film und Literaturkritiker. War das im Rahmen der Eßlinger Zeitung, oder etwas anderes?

RUDI KOST:
Das war mein Job als Redakteur und Feuilleton-Ressortchef. Später habe ich das dann noch einige Jahre freiberuflich gemacht.

AVELEEN AVIDE:
50 PC-Anwenderbücher hast du geschrieben. Was hat dich an so einem trockenen Thema gereizt?

RUDI KOST:
Irgendwann ist auch zu mir durchgedrungen, was diese Wundermaschinen, PC genannt, alles können. Also habe ich mir einen gekauft, im Gegenwert eines Autos; 1985 war das. Damals gab es ja noch keine grafische Benutzeroberfläche wie heute Windows, man musste kryptische Befehle eintippen. Es gab auch kein Internet, in dem man bei Problemen recherchieren konnte, nur ein dickes Handbuch, absolut unverständlich. Die Fachbücher, die man kaufen konnte, waren genauso. Das muss doch auch anders gehen, habe ich mir gedacht: besser, verständlicher, vielleicht sogar unterhaltsam. Und habe es versucht. Bei den Lesern kam das an, die Auflagen waren jedenfalls überaus erfreulich. Vergangene Zeiten: Markt&Technik, mein Verlag, hat seine Produktion mittlerweile eingestellt, Data Becker folgt demnächst.

AVELEEN AVIDE:
Du warst Mit-Herausgeber und Mit-Autor der ersten visuellen Computerbuchreihe "So geht's! - Lösungen für Anwender." Was bedeutet, erste visuelle Computerbuchreihe? Was stelle ich mir darunter vor?

RUDI KOST:
Das Prinzip war: linke Seite Abbildungen, rechte Seite Text, und beides natürlich eng aufeinander bezogen. Die Abbildungen waren nicht bloße Illustrationen, sondern zeigten etwa Abläufe oder erläuterten die Bildschirmabbildungen detailliert. Wie ein Kochbuch: man nehme dieses und jenes und mache damit folgendes, Schritt für Schritt, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Das Beispiel hat Schule gemacht, wie wir dann amüsiert feststellen konnten.

AVELEEN AVIDE:
Du bist Mitbegründer und Leiter des Koval-Verlages. Hast du dann in deinem eigenen Verlag deinen New-York- und Las-Vegas-Reiseführer herausgebracht?

RUDI KOST:
Diese beiden und noch ein paar andere. Der Verlag war allerdings nie als Plattform für die eigenen Werke gedacht. Wir waren nur der Überzeugung, dass wir erst selbst einmal umsetzen sollten, was wir uns am grünen Tisch ausgedacht hatten. Da stellt sich dann nämlich sehr schnell heraus, wo es mit der Konzeption hapert. Also Referenzwerke für unsere Autoren. Und dann natürlich auch die Lust, selber zu recherchieren und zu beschreiben. Heute bin ich in diesem Bereich nur noch als Producer tätig (wir machen die Reiseführer, die jedes Jahr im April/Mai bei Aldi erscheinen). Für eigene Reiseführer fehlt mir die Zeit.

AVELEEN AVIDE:
Wie lange warst du für die Reiseführer je in NY und in Las Vegas? Oder war es reine Online-Recherche? Und wann warst du dort?

RUDI KOST:
Online-Recherche war seinerzeit noch nicht möglich („Las Vegas“ erschien erstmals 1995, „New York“ 1997). Man musste tatsächlich alles abklappern oder abtelefonieren. In Las Vegas waren wir früher schon mehrmals gewesen (damals fand dort immer eine bedeutende Computermesse statt). Die Grundrecherche für den Reiseführer hat dann vielleicht zwei Wochen beansprucht (aufgeteilt auf drei Autoren), später waren wir für die Updates einmal im Jahr etwa eine Woche in Las Vegas.

In New York hat die ganze Familie fünf Monate gelebt. Die Kinder gingen in die Schule, die Eltern durchwanderten Manhattan – bei der Recherche für einen Reiseführer lernt man eine Stadt wirklich kennen. Wir alle wären gerne geblieben, aber das war nicht finanzierbar.

AVELEEN AVIDE:
Was hat dich in NY und Las Vegas am meisten fasziniert?

RUDI KOST:
In Las Vegas diese vollkommen künstliche Welt und mit welcher Infantilität sich viele Amerikaner darin bewegen. Und die Shows des Cirque du Soleil, als der bei uns noch nicht bekannt war.

In New York die Vielfalt der Subwelten, die nur einen Straßenzug voneinander entfernt existieren: Luxus und Elend, verschiedene Ethnien. Auch die Hektik, das Chaos, den Lärm – dieses vibrierende Leben, das ständig neu erfunden wird. Die Ungezwungenheit, mit der man mit den New Yorkern ins Gespräch kommen kann. Ach, ich könnte einen Roman darüber schreiben!

AVELEEN AVIDE:
Du lebst mit deiner Familie in einem kleinen Dorf bei Schwäbisch Hall und gelegentlich verbringt ihr den Winter auf Lanzarote. Habt ihr dort ein Haus? Und was gefällt dir an Lanzarote?

RUDI KOST:
Wir mieten uns auf Lanzarote jeweils in derselben Appartmentanlage ein. Gepflegt, schön, ruhig (keine Pool-Bar!), ein angenehmes Ambiente, um dort leben und arbeiten zu können (was man von vielen anderen Anlagen nicht sagen kann), denn für uns ist das kein Langzeiturlaub, sondern ein Arbeitsplatzwechsel. Ich liebe das Brausens des Meeres und die Brandung, die an den Küsten meterhoch spritzt. Ich bin fasziniert von der grandiosen Landschaft, die je nach Wolken in immer wieder anderen Farben leuchtet und, wenn es denn mal regnet, von einem Blütenteppich überzogen wird. Und natürlich genieße ich das frühlingsmilde, belebende Klima und das entschleunigte Leben dort. Mittags im T-Shirt auf der Terrasse sitzen, während sie zu Hause Schnee schnippen. In diesem Jahr allerdings werden wir mal wieder dem barbarischen heimischen Winter trotzen. Zumindest zeitweise. Mal sehen, wie lange wir es aushalten.

AVELEEN AVIDE:
Welche Hobbys/Leidenschaften hast du noch?

RUDI KOST:
Hm. Meine Leidenschaften tobe ich beim Schreiben aus und bin damit ausgelastet. Ich koche gerne, mag guten Wein – aber als Hobbys kann man das wohl nicht bezeichnen.

AVELEEN AVIDE:
Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig?

RUDI KOST:
Urlaub im üblichen Sinne habe ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gemacht, eigentlich nicht mehr, seit die Kinder aus dem Haus sind. Den ganzen Tag am Strand oder Pool zu liegen und mich bräunen zu lassen ist sowieso nicht mein Ding. Wenn ich reise, dann um neue Regionen, Städte, Menschen zu entdecken. Aber mein Reiseverhalten hat sich geändert. Statt irgendwelche Kurztripps zu unternehmen, lebe und arbeite ich lieber längere Zeit an einem Ort – siehe Lanzarote. Wenn die ersten zwei Wochen Urlaubsfeeling vorbei sind, taucht man ein in die fremde Umgebung, passt seinen Tagesrhythmus an, findet Einkaufsmöglichkeiten, wird Teil des ganz normalen Alltagslebens dort. Und danach genießt man wieder die Zeit daheim.

AVELEEN AVIDE:
Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

RUDI KOST:
Aktuell „Mary Ann im Herbst“ von Armistead Maupin, die fast neuesten Stadtgeschichten aus San Francisco. Ich liebe diese Serie! Ansonsten querbeet, was mich gerade anmacht. Natürlich viel Kriminelles, man muss ja sehen, was die Kollegen so schreiben. Nie Vampire, selten SF und Fantasy. Gelegentlich Chicklit, natürlich aus rein beruflichen Gründen. Irgendwann muss Dillinger ja mal das Rätsel Frau lösen.

AVELEEN AVIDE:
Was ist schreiben für dich?

RUDI KOST:
Leben.

Cover Fisch oder stirb

RUDI KOST: In „Fisch oder stirb“ geht es lt. Amazon.de um:
Privatdetektiv Dieter Dillinger steht vor einem Rätsel: Vor Kurzem kam die elegante Susanne Eulert zu ihm, um ihren Mann beschatten zu lassen. Doch jetzt ist sie mausetot. Bei seinen Ermittlungen stößt Dillinger auf das Unternehmen ihres Gatten, das eine abstrus anmutende Geschäftsidee verfolgt – die Zucht von Meeresfischen mitten im Hohenloher Land. Doch steht das Unternehmen wirklich so gut da, wie es den Anschein hat? Unversehens findet sich Dillinger in der Jauchegrube des Bauern Buchholz wieder, auf dessen Gelände längst die Fischfarm stünde, würde sich der Schweinezüchter nicht mit Händen und Füßen gegen den Verkauf seines Hofs wehren ...

Hier finden Sie weitere Informationen:
Fisch oder stirb: Ein Fall für Dillinger (Dillinger-Krimis)

AVELEEN AVIDE:
Wie kamst du auf die Idee zu „Fisch oder stirb“?

RUDI KOST:
Angeregt hat mich eine Zeitungsnotiz über die Stadtwerke Völklingen, die seit Jahren versuchen, eine Meeresfischzucht mitten im Binnenland aufzuziehen. Sowas müsste doch auch bei uns im Hohenloher Land funktionieren, fand ich, weit genug weg vom Meer sind wir ja auch. Das war aber nur der Aufhänger. Mich hat an dieser Geschichte interessiert, was Menschen dazu bringt, ihr Gehirn auszuschalten, wenn sie Geld und/oder Macht wittern.

AVELEEN AVIDE:
Ich bin sicher, dass du für „Fisch oder stirb“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

RUDI KOST:
Für „Fisch oder stirb“ gab es wenig zu recherchieren, da es ja hauptsächlich um die Figuren geht, weniger um ein Sachthema. Auch sonst ist mir das, was du ansprichst, noch nicht widerfahren – habe ich vielleicht nicht genügend recherchiert? Was mich immer wieder fasziniert, wenn das auch nichts Neues ist, welche Facetten ein Stoff offenbart, wenn man tief gräbt. Und das solltest du dann am besten alles wieder vergessen, sonst wird es ein Sachbuch, kein Roman.

AVELEEN AVIDE:
Wie gingst du an den Plot für „Fisch oder stirb“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Fisch oder stirb“ geben?

RUDI KOST:
Nachdem mich die Geschichte mit der Meeresfischzucht nicht mehr losgelassen hat, habe ich mir vorzustellen versucht, was das für Menschen sind, die auf eine so bescheuerte Idee hereinfallen und was sie umtreibt. Dann der Handlungsort. Ich wollte Dillinger mal aus seiner gewohnten Umgebung herausreißen und schauen, wie er sich durchschlägt, wenn er auf seinen Heimvorteil verzichten muss.

Ich habe mich für Esslingen entschieden, einfach, weil ich die Stadt gut genug kenne. Zusätzlich muss das Buch aber auch in Hohenlohe spielen ((Regionalkrimi!). Ausnahmsweise habe ich einen fiktiven Ort gewählt, weil ich einen sehr bösen Bürgermeister brauchte und den keinem realen Ort zumuten wollte. Womöglich hätte man das sonst als Schlüsselroman gelesen. Eine Leiche macht sich in einem Krimi auch immer ganz gut. Die habe ich eiskalt geplant, und Dillinger musste dann sehen, wie er damit zurecht kommt. Es gibt dann auch noch eine zweite Leiche. Die hat mich aber selber überrascht.

AVELEEN AVIDE:
Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

RUDI KOST:
Ich mag alles gleich gern. Je nach Stimmung schreibe ich mal Dialoge leichter, mal anderes, und springe dafür im Manuskript wild hin und her. Schreibe zum Beispiel eine Szene, die erst viel, viel später dran ist. Lasse aktuell eine Lücke, weil ich genau weiß, was hier hin muss, ich aber erst mal die Handlung vorantreiben will. Vielleicht ist das meine Art, eine Geschichte zu strukturieren (siehe unten).

AVELEEN AVIDE:
Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig blieben?

RUDI KOST:
Schaffe ich das tatsächlich? Spätestens meine Lektorin weist mich darauf hin, dass das doch nicht der Fall ist.

AVELEEN AVIDE:
Wie gingst du an den Protagonisten Dillinger heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

RUDI KOST:
Ich habe nach einer Figur gesucht, die sich in jeder Beziehung frei bewegen kann, räumlich wie zeitlich, die also nicht durch den Beruf in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Was fällt einem da als erstes ein? Richtig, ein Journalist. Wollte ich nicht, war mir zu nah an mir selber; die Gefahr wäre zu groß gewesen, sich in seinen eigenen Erlebnissen zu verlieren. So kam ich auf den Versicherungsvertreter. So einen kann ich überall hinschicken, wann und wo ich will. Und dem nimmt man auch eine gewisse Penetranz ab. Ein netter Nebeneffekt dieser Figur ist, dass ich Dillinger nicht nur mehr oder weniger zufällig über eine Leiche stolpern lassen muss, sondern dass er mit dem Fall auch beruflich tangiert sein kann.

AVELEEN AVIDE:
Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an, oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

RUDI KOST:
Gliederungen machen mich nervös. Ich erinnere mich, wie Uwe Johnson (Hochliteratur!) mal nach seiner Arbeitsweise gefragt wurde. Der gute Mann hat sich in seinen Sessel gesetzt, Pfeife geraucht und Rotwein getrunken (viel vermutlich) und ein Jahr lang nachgedacht. Dann hat er sich ein Jahr hingesetzt und das niedergeschrieben, worüber er nachgedacht hat.

Das kann ich nicht. Obwohl ich sonst ein eher strukturierter Typ bin, gehe ich an eine Geschichte impulsiv heran. Mir fällt eine Figur ein, eine Szene und dann noch eine und noch eine, und allmählich entwickelt sich daraus etwas.

Ganz entsetzlich finde ich es, wenn der Verlag Input für den Vorschautext und den Titel braucht und ich mit dem Buch noch nicht fertig bin. Da kann sich ja noch so viel ändern! Das passiert häufig, vor allem dann, wenn ich tatsächlich einmal ein Buch durchplane. Plötzlich sagt eine Figur etwas, das gar nicht vorgesehen war, und die Geschichte läuft in eine ganz andere Richtung.

Ich mag es, mich treiben zu lassen, und oft genug geht es mir wie meinem Protagonisten Dillinger: Ich tappe im Dunkeln. Lange Zeit. Bei „Fisch oder stirb“ musste ich mich zwanzig Seiten vor Schluss nun wirklich mal entscheiden, wer es getan hat und warum. Erstaunlicherweise musste ich dann in den vielen Seiten zuvor kaum etwas umschreiben. Die Lösung war wohl irgendwie schon angelegt, mein Unterbewusstsein hat sie nur nicht herausgegeben.

Wenn ich mich für ein Thema interessiere, informiere ich mich zunächst grob darüber (dem Internet sei Dank). Die tiefer gehende Recherche erfolgt dann parallel zum Schreiben.

AVELEEN AVIDE:
Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bevor dein erstes Buch veröffentlicht wurde und wie kam es letztendlich zur Veröffentlichung?

RUDI KOST:
Ich habe mein erstes Buch an ungefähr zehn Verlage geschickt. Gleichzeitig. Und siehe da, es gibt sie noch, die Lektoren, die Manuskripte tatsächlich auch lesen. Eine aussterbende Gattung, viele Verlage brüsten sich ja geradezu, dass sie unverlangt eingesandte Manuskripte nicht anschauen. Jedenfalls hatte ich ein Angebot von gleich zwei Verlagen. Beide übrigens wollten einen anderen Schluss des Buches – diametral entgegengesetzt. Die hatten das Manuskript nicht nur gelesen, sondern sich sogar Gedanken gemacht! Der Rest: die üblichen vorformulierten Absagen. Die letzte Sendung kam, als das Buch gerade in Druck war. Ungelesen natürlich. Ich hatte einfach Glück.

AVELEEN AVIDE:
Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

RUDI KOST:
So gegen neun Uhr schlurfe ich in mein Arbeitszimmer hinüber, lese meine Mails und schaue nach, was sich in der Welt seit der Frühstückszeitung getan hat. Dann ist der erste Capuccino des Tages fällig. Dazu eine Zigarette. Meist mehrere, weil mir gerade mal wieder nichts einfällt. Wenn doch, schreibe ich den ganzen Vormittag. Dann Mittagessen und Siesta, die muss sein. Dann der zweite Capuccino des Tages, mehr nicht, das habe ich mir abgewöhnt. Weiterarbeiten bis zum Abendessen. Wenn mich die Muse ganz arg küsst, setzte ich mich auch am Abend nochmal hin. Zwischendurch raus an die frische Luft. Spaziergang, Gartenarbeit, Holz machen oder was immer, je nach Lust und Laune und Wetter. So ist es idealerweise. Also selten. Es kommt immer etwas dazwischen. Und es gibt immer gute Gründe, andere Dinge zu tun, als sich mit widerborstigen Figuren herumzuschlagen. Sehr diszipliniert bin ich nur, wenn der Abgabetermin naht.

AVELEEN AVIDE:
Wo schreibst du am liebsten?

RUDI KOST:
Zu Hause an meinem Schreibtisch mit Blick auf die Dorfstraße. In Lanzarote bei offener Terrassentür mit Blick aufs Meer. Ich habe immer geglaubt, ich könnte überall schreiben. Dem ist aber nicht so. Ich brauche eine mir angenehme Umgebung. Was das ist, kann ich dummerweise nicht genau definieren. Ich merke es nur, wenn es nicht so ist.

AVELEEN AVIDE:
Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

RUDI KOST:
Musik höre ich allenfalls, wenn ich Buchhaltung oder anderen lästigen Bürokram zu erledigen habe. Beim Schreiben stört sie mich – genauso übrigens wie absolute Stille. Ich mag diese ganz normalen Alltagsgeräusche in unserem kleinen Dorf, die Traktoren, die an meinem Fenster vorbei donnern, die Häcksler, die bis tief in die Nacht schrillen. Ich höre irgendwo eine Kettensäge, eine Kuh muht, die Schweine machen einen Höllenlärm, wenn die Fütterungszeit naht. Nur der Hahn des Nachbarn kräht nicht mehr, der war gemeingefährlich und wurde geschlachtet. Bei all dem habe ich immer das Gefühl, dass um mich herum wahnsinnig wichtige und sinnvolle Dinge passieren, und ich sitze vor meinem Laptop und gebe mich einer relativ sinnlosen Beschäftigung hin.

AVELEEN AVIDE:
An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

RUDI KOST:
Ich sitze gerade am nächsten Dillinger-Abenteuer, das im Frühjahr 2014 erscheinen wird. Mehr kann ich noch nicht sagen (dürfen tät ich schon), ich bin mitten drin und weiß nicht, wohin mich die Geschichte noch führt.

AVELEEN AVIDE:
Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

RUDI KOST:
Nicht aufgeben. An sich glauben, auch nach der x-ten Absage.

AVELEEN AVIDE:
Rudi, vielen Dank für das Interview.

---------------------------------------------------------------------------------------------------

Iris G. hat mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Fisch oder stirb“ gewonnen: Nach welchen 2 Reiseführern habe ich ihn gefragt (Städte nennen)?

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mitmachen lohnt sich!

---------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

Für den Desktop und für das iPad.

http://www.valisere.com/

Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

Video meiner Lesung zur Geschichte "Sündhaft gut"
http://www.aveleen-avide.com/valisère-projekt/

Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

Foto: © Richard Föhr

rong>Foto: © Richard Föhr

Kommentare


Viewing all articles
Browse latest Browse all 30